Wilhelm Ostwald

Friedrich Wilhelm Ostwald wird am 2. September 1853 in Riga als zweiter von drei Söhnen des Böttchermeisters Wilhelm Gottfried Ostwald und seiner Frau Elisabeth (geb. Leukel) geboren. Ab 1872 studiert er Chemie in Dorpat (heute: Tartu/Estland). 1878 schreibt er seine Dissertation über Volumetrische und optisch-chemische Studien. Wilhelm Ostwald heiratet im April 1880 Helene von Reyher, aus der Ehe gehen zwei Töchter und drei Söhne hervor. Nach der Professur für Chemie am Rigaer Polytechnikum kommt er 1887 an die Universität nach Leipzig, als Professor für Physikalische Chemie.

Die Leipziger Phase ist für Ostwald sehr produktiv. Neben der Entdeckung der Beziehung zwischen Dissoziationsgrad und Konzentration der Säurelösung (Ostwaldsches Verdünnungsgesetz) entwickelt er u.a. die energetische Betrachtungsweise zur Untersuchung physikalisch-chemischer Vorgänge (Ostwaldsche Stufenregel, Ostwald-Reifung). Viele Publikationen entstehen aus seiner Hand, beispielsweise 1889 das Lehrbuch Grundriß der allgemeinen Chemie und er gründete die Buchreihe Ostwalds Klassiker der exakten Wissenschaften. Im Jahr 1894 beschäftigt er sich mit der wissenschaftlichen Begriffsbildung der Katalyse und erarbeitet 1901 wissenschaftlich-technische Grundlagen zur Herstellung von Salpetersäure durch die katalytische Ammoniakoxidation an Platinkontakten gemeinsam mit seinem Assistenten Eberhard Brauer.

Ab 1906 lebt er nach seiner Emeritierung mit seiner Familie auf seinem Landsitz Energie in Großbothen. Hier kann er als freier Forscher arbeiten. Im Dezember 1909 wird ihm der Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten zur Katalyse in Stockholm verliehen. Die Arbeiten zur Farbforschung im Auftrag des Deutschen Werkbundes beginnen 1914 und schon in den Jahren 1917/18 erscheinen der Ostwald´sche Farbatlas und die Farbenfibel. Er gründet verschiedene Zeitschriften u.a. 1927 Die Farbe und übernimmt in vielen Organisationen und Gesellschaften den Vorsitz.

Wilhelm Ostwald ist in vielen Bereichen seiner Zeit voraus und widmet sein Leben nicht nur der physikalischen Chemie, sondern beschäftigt sich über Jahrzente hinweg auch mit philosophischen, psychologischen aber auch pädagogischen Themen. Speziell in den Bereichen der Energetik, dem Monismus und an seiner Farbnormierung forscht er über einen langen Zeitraum hinweg. Am 4. April 1932 stirbt Wilhelm Ostwald in einer Leipziger Privatklinik und wird in Großbothen auf seinem Landsitz Energie im Steinbruch beigesetzt.

 

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