Historie Landsitz Energie

1901 kauft Wilhelm Ostwald das Haus Energie als sogenannte Sommerfrische, um sich mit seiner Familie an den Wochenenden und in den Ferien im Muldental zu erholen. Während seines Aufenthaltes in den USA 1905/06 lässt er das Haus umbauen, um nach seinem Ausscheiden aus der Universität seinen Wohnsitz nach Großbothen verlegen zu können. Bis 1921 kauft die Familie Ostwald noch 13 Flurstücke dazu. Auf dem heute 7 Hektar umfassenden Landsitz werden in der Zeit zwischen 1905 bis 1916 noch vier weitere Häuser gebaut.

Nach dem Tode des Forschers 1932 erlebt der Landsitz ein wechselvolles Schicksal. 1953 entscheidet sich die Familie den gesamten Besitz, an die Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin zu verschenken. Die Akademie richtet zwei Bereiche Archiv mit Forschungsstätte und Farbforschungsinstitut ein. 1974 eröffnet das Zenralarchiv eine offizielle Wilhelm Ostwald Gedenkstätte, die 1984-87 vom Institut für Biotechnologie der Akademie betreut wird.  Im Jahr 1990 gründet sich die Wilhelm Ostwald Gesellschaft zu Großbothen e.V., welche sich für den Erhalt und die Pflege des wissenschaftlichen Nachlasses bis ins Jahr 2008 einsetzt. Seit Ende 1994 bis Ende 2008 ist der Landsitz Energie vermögensrechtlich dem Freistaat Sachsen zugeordnet.

Die natur- und denkmalgeschützte Anlage ist seit 2005 in das Programm Historische Stätten der Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GdCh) aufgenommen. Seit Januar 2009 führt die gemeinnützige Gerda und Klaus Tschira Stiftung den Wilhelm Ostwald Park mit der Absicht, das Leben und Werk von Wilhelm Ostwald der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sowie wissenschaftlichen und kulturellen Ausstausch zu ermöglichen. Hier findet man ein Tagungszentrum mit modernster technischer Ausstattung ebenso wie ein Museum, welches sich mit dem Leben und Wirken des Nobelpreisträgers Wilhelm Ostwald beschäftigt.