„Historischer Streifzug durch das chemische Labor"

   
   

Eine Ausstellung des Carl Bosch Museums Heidelberg zu Gast im Wilhelm Ostwald Park 7.
April 2018 bis 4. November 2018

Die Geschichte der Chemie ist seit ältesten Zeiten eng mit der Geschichte von handwerklichen Tätigkeiten verbunden, die sich auf die Gewinnung und Umwandlung von Materialien richteten. Sowohl für die Möglichkeiten der Analytik als auch für die Herstellung von Substanzen spielte die Ausstattung der Labors eine wichtige Rolle.
Auf acht spannenden Themeninseln können Besucher die Tradition chemischer Forschung und die Entstehungsgeschichte des chemischen Labors erkunden und sehen, mit welch ausgeklügelten Apparaturen und Werkzeugen schon die Alchemisten, Goldmacher und Kräuterkundler der Renaissance den Geheimnissen der Natur zu Leibe rückten.
Die ausgewählten Momente versinnbildlichen geradezu Meilensteine: Sie stehen nicht nur für die Entwicklung des chemischen Labors, sondern auch für die wissenschaftliche Praxis der jeweiligen Zeit.

  Praxis-Labor
Von Tiegeln, Probierschalen, Kupellen und Scheidekolben
Die mittelalterliche „Probierkunst" der Hüttenleute entstand gemäß dem Sprichwort „Probieren geht über Studieren" als kostengünstige Probeherstellung im Kleinen für die handwerkliche Produktion im Großen. Sie gilt als frühe Form heutiger Laborarbeit.

  Praxis Labor
Von Phiolen, Brennkolben, Mohrenköpfen und Galeerenöfen
Auch in der praktischen Kräuterkunst wurden Verfahren ausprobiert, die der optimalen Gewinnung der in Pflanzen und Tieren enthaltenen medizinisch nutzbaren Stoffe dienen sollten. Diese Produktionsstätten sind die Urzellen des chemischen Labors.

  Denk-Labor
Alchemie auf Pergament mit Tintenfass und Gänsekiel
Schon während des frühen Mittelalters differenzierten sich die ersten Labortätigkeiten. Die alchemistischen Theoretiker entfernten sich zunehmend von den praktizierenden Alchemisten. Aus dem Labor als Ort praktischer Arbeit wurde das Studierzimmer der spekulierenden Theoretiker.

  Probier-Labor
Von Goldsuchern und Porzellanerfindern
Das Labor der Goldmacher ist geheimnisumwittert; eingerichtet in schwer zugänglichen Kellerräumen mit offener Feuerstelle, verrußten Wänden und vergitterten Fenstern. Ihre Alchemisten-Küche glich einem Gefängnis, denn die Goldmacher wurden oft unter Zwang an fürstlichen Höfen gehalten.

  Wissenschafts-Labor
Vom Phlogiston zum Sauerstoff
Praktiker des chemischen Gewerbes und Hobbychemiker – Mediziner, Theologen, Juristen – experimentieren mir karger technischer Ausrüstung. Zu dieser Zeit entstanden jedoch zahlreiche neue Arbeitsmittel und Methoden. Experimentieren wurde Hobby breiter Schichten und zentraler wissenschaftlicher Inhalt der aufklärenden Enzyklopädisten.

  Forschungs-Labor
Vom Experiment zur wissenschaftlichen Nutzung
Mit Beginn des 19. Jahrhunderts stand nicht mehr das Probieren im Mittelpunkt der Laborarbeit, sondern das chemische Experiment als „Erkennungsmittel moderner Wissenschaft". Das Labor erhielt für die industrielle Nutzung eine neue wirtschaftliche Bedeutung.

  Forschungs-Labor
Von wirtschaftlicher Nutzung zum Experiment
Im Zuge der Arbeitsteilung verselbständigte sich im 19. Jahrhundert das Betriebslabor als Stätte der Arbeitsvorbereitung. Chemische Werke wurden Kumulationspunkte forschender Chemiker. Der Wechsel zum 20. Jahrhundert: die Geburtsstunde des uns bekannten chemischen Labors, mit all den Glasgeräten, dem Bunsenbrenner und dem Reagenzglas.

  Theorie-Labor
Erst mathematisch probieren, dann experimentieren
Die zunehmende Differenzierung führte auch zur Herausbildung des Theorie-Labors, der Vorbereitungsstätte experimenteller Laborarbeit. Heute steht das fast menschenleere Untersuchungslabor für formalisierte Prozessabläufe mit hoch entwickelter Labortechnik dem Theorie-Labor, geprägt durch den verstärkten Einsatz von Computern, diametral gegenüber.

Die Lehramtsstudierenden der Fakultät für Chemie und Mineralogie, Universität Leipzig, laden zu öffentlichen Führungen durch die Ausstellung ein. Jeden letzten Sonntag im Monat (April-Oktober) sowie zur Finissage am 4. November bringen sie mit viel Sachverstand und Spaß am Thema die Faszination der Chemie näher.


29.04.2018, 11 und 14 Uhr   |   26.08.2018, 11 und 14 Uhr
27.05.2018, 11 und 14 Uhr   |   30.09.2018, 11 und 14 Uhr
24.06.2018, 11 und 14 Uhr   |   28.10.2018, 11 und 14 Uhr
29.07.2018, 11 und 14 Uhr   |   04.11.2018, 11 Uhr


Die Teilnehmerzahl pro Führungstermin ist auf 15 Personen begrenzt. Wir bitten deshalb um Voranmeldung. Die Führungspauschale beträgt pro Person 2,- € zzgl. Eintritt.

Die Sonderausstellung „Historischer Streifzug durch das chemische Labor" ist täglich außer donnerstags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.